Praktische Pädagogik
Lernberatung
Claudia Hartmann


Befreite Wahrnehmung und was eine liegende Acht damit zutun hat...

 

Wir nehmen ununterbrochen wahr. Und doch kriegen wir anscheinend nicht das Gleiche mit.
Wir selektieren, rastern und filtern individuell. Wir würden sonst durch die Vielzahl der Eindrück
um uns herum platzen. Unser Filter ist abhängig von unterschiedlichen Faktoren, wie z.B. Sinnen,
Erwartungen, Glaubenssätzen, Fähigkeiten, Werten und Erfahrungen.

Gehen wir zurück zum Geschehen im Supermarkt: Ich bin ein visuell-kinästhetischer Typ. Nehme
in Bildern wahr. Aufgrund meines Berufes als Lernberaterin und Pädagogin fallen mir Kinder recht
schnell auf. Und da ich die beide nicht persönlich kenne, also auch keine Erfahrungen mit ihnen
teile, ist meine Wahrnehmung klar und frei von Emotionen.
Als die Mutter wahrnimmt, dass der Junge weg ist, wird sie panisch. In ihrem Kopf und Körper
geht der Alarm an. Sie gerät unter Stress. Höchstwahrscheinlich hat sie diese Erfahrung bereits
gemacht. Er ist neugierig. Er erkundet gern seine Umgebung. Vielleicht hat sie auch schon eine
emotional negative Erfahrung gemacht. Er hat sich dabei vielleicht verletzt. Sie bewertet diese
Situation damit ganz anders.

Wie wir eine Situation wahrnehmen wird davon beeinflusst, wie wir sie bewerten oder interpretieren.
Und dies wiederum ist abhängig von bisherigen Erfahrungen. Die Erfahrung ist nicht veränderbar,
jedoch ihre Bewertung durch das Gehirn. Dem Gehirn "trete ich gern auf die Füße", indem ich den
Körper einschalte.

Um aus dem Stress-Modus zu gelangen und wieder mit allen Sinnen wahrzunehmen,
* eine Liegende Acht zeichnen. Von einem Mittelpunkt aus mit dem Schwung nach oben beginnen.
   Die Augen folgen der Hand. Der Kopf bleibt gerade.
   Diese Auge-Hand-Koordination regt die Sinne an und trägt zum Ausbau der Synapsen im Gehirn bei.
* Überkreuzbewegungen machen. Gegenüberliegenden Ellbogen und Knie im Stehen zusammenführen.
   Langsame Bewegungen, nicht zu schnell und hektisch.
* einfach nur auf der Stelle hüpfen.

In welchen Situationen ist deine Wahrnehmung eingeschränkt? In welchen Bereichen spielen bisherige
Erfahrungen eine Rolle?

Befreie deinen Kopf von den bisherigen Bewertungen und nimm die Möglichkeiten wahr.
Nutze sie für dich.