Praktische Pädagogik
Lernberatung
Claudia Hartmann


Friedvoll, aber ohne Labyrinth

Es gibt so Tage, da ist der Wurm drin und man weiß gar nicht, wie der da reingekommen ist.
Eigentlich lief alles ganz gut an - eigentlich. Ich fuhr vollgepackt mit Gläsern, Kerzen und allem
was ich für mein Lichter-Labyrinth brauchte in Richtung Friedrichshainer Volkspark. Parkte und
fing an alles auszupacken. Mit dabei eine kleine, wie sich rausstellte unhandliche, Sackkarre. Ich
lud die Kisten mit den Gläsern auf die Sackkarre. Und während ich versuchte meine Schultern
mit Taschen vollzupacken, kippte die Sackkarre samt Gläser rum. Laut klirrten die Gläser auf die
Straße. Kam mir vor wie auf einem Polterabend. Yeah - Scherben bringen ja angeblich Glück.
Ich sah in dem Moment eher alt aus. Wie bitte baue ich ein Lichter-Labyrinth ohne Gläser auf?
Während ich die Scherben vom Bürgersteig sammelte, kam mir die Idee schnell zum nächsten
Supermarkt zu laufen, Sand und Butterbrottüten zu kaufen. Gedacht - gemacht. Ich fing also
an den Sand in die Butterbrottüten zu füllen und stellte sie zum Labyrinth auf. Zwischenzeitlich
kamen Neugierige und plauschten mit mir. Irgendwann merkte ich, es geht nicht auf, die 15 kg
Sand reichen nicht aus, um mein Labyrinth zu bauen. Frustriert, enttäuscht und auch müde hielt
ich inne. Da kamen Freunde, wir machten ein paar Lichter an, ließen die Glocke erklingen und
tranken in der Dunkelheit einen Tee. Das Labyrinth hat mich diesmal einen anderen Weg geführt
und mir einen sehr friedvollen und schönen Moment beschert.

Und eines weiß ich  - nächstes Jahr wird es mit dem Moving Labyrinth die Friedensglocke 2.0 geben.